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Brücke zwischen Wirtschaft und Sozialem: Werkstattfrühstück der Stiftung Liebenau

RAVENSBURG – Europäische Finanzpolitik und regionale Wirtschaft, Bankenkrise, Ausbildung und Fachkräftemangel – diese Themen lagen beim "Werkstattfrühstück" im Ravensburger Berufsbildungswerk Adolf Aich (BBW) ganz eng beieinander. Dort kamen auf Einladung der Stiftung Liebenau zahlreiche Gäste aus Wirtschaft, Politik und Bildung zum morgendlichen Austausch zusammen und lauschten dem Vortrag eines renommierten Finanzexperten.


Offen für gemeinsame Projekte

Das Werkstatt-Frühstück will Brücken zwischen der Wirtschaft und dem Sozialen schlagen. Nur gemeinsam ließen sich gesellschaftliche Herausforderungen wie Fachkräftemangel, Inklusion von Menschen mit Behinderung, Integration von Flüchtlingen bewältigen, sagte Dr. Berthold Broll, Vorstand der Stiftung Liebenau. Das BBW als Gastgeber der Veranstaltung sei Garant dafür, dass Menschen mit besonderem Teilhabebedarf nicht am Rande der Gesellschaft stehen gelassen werden. BBW-Geschäftsführer Christian Braun nannte konkrete Handlungsmöglichkeiten. So seien Unternehmen Kooperationspartner des BBW in der Ausbildung, im Gegenzug könne das BBW die Azubis der Firmen bei sich schulen. Auch auf Spenden sei das BBW angewiesen. Und: "Wir sind immer offen für gemeinsame innovative Projekte."

"Quo vadis, Euroland?"

Kurzweilig, verständlich und bildhaft spannte der ausgewiesene Finanzexperte Christian Brand, Aufsichtsratsvorsitzender der Landesbank Baden-Württemberg, den Bogen von Idee und Einführung der europäischen Gemeinschaftswährung über platzende Spekulationsblasen bis hin zu aktuellen Euro-Problemen und Konsequenzen für die regionale Wirtschaft. Vorab stellte er klar: "Wir haben keine Krise des Euro, sondern eine Krise einiger Staaten und Banken." So sei die Währung über die Jahre hinweg stabil geblieben und habe sich für den deutschen Export als "segensreich" erwiesen. "Wir hätten heute sehr große Probleme mit einer starken D-Mark." Überhaupt sei Deutschland vom "kranken Mann Europas" von vor 15 Jahren "zur Lokomotive" des Kontinents geworden.

Was ist in Europa passiert?

Brand skizzierte beispielsweise die Etappen der Entwicklung in Südeuropa: dramatischer Zinsverfall, Verlust der Wettbewerbsfähigkeit, so genannte "Leerverkäufe", starke Rezession, Massenarbeitslosigkeit. Wie das mit den Krediten und der Umverteilung des Risikos über die Grenzen hinweg funktioniert, schilderte Brand am Beispiel eines Taxiunternehmers aus Piräus, der sich über die Bank einen neuen Mercedes finanziert. Ein Kennzeichen der Gemeinschaftswährung sei das fehlende Instrument der Abwertung. Im Endeffekt heiße das: "Die Sparer zahlen die Zeche."

Liquidität ist wichtig

Auch auf die Maßgaben zur Regulierung von Banken ging Brand ein. Mittlerweile entstehe hier der Eindruck, dass die Regulierer "den Überblick verloren haben". Sein Rat an die Unternehmer? "Machen Sie sich nicht zu abhängig von Banken", so der Finanzexperte. "Bauen sie anständige Liquiditätspolster auf." Und wohin steuert Euroland? Laut Christian Brand zeichne es sich ab, „dass wir mehr oder weniger offen zu einer Transferunion in Europa werden". Das sei aber ein Preis, "der er wert ist, gezahlt zu werden", meinte er mit Hinblick auf die vielen Jahre Frieden und Wohlstand, von denen Deutschland profitiere.

 


 

Kontakt:
Stiftung Liebenau
Abteilung Kommunikation und Marketing
Vera Ruppert, Pressearbeit
Siggenweilerstr. 11
88074 Meckenbeuren
Telefon 07542 10-1181
vera.ruppert(at)stiftung-liebenau.de

erstellt am 20.11.2015



„Quo vadis, Euroland?“ Spannende Ausführungen zu dieser Frage gab es vom Aufsichtsratsvorsitzenden der Landesbank Baden-Württemberg: Gastredner Christian Brand.

"Quo vadis, Euroland?" Spannende Ausführungen zu dieser Frage gab es vom Aufsichtsratsvorsitzenden der Landesbank Baden-Württemberg: Gastredner Christian Brand.

Der etwas andere Start in den Tag: Ein leckeres Frühstück aus der Küche des Berufsbildungswerks Adolf Aich, dazu anregende Gespräche und ein interessanter Vortrag beim „Werkstattfrühstück“ der Stiftung Liebenau.

Der etwas andere Start in den Tag: Ein leckeres Frühstück aus der Küche des Berufsbildungswerks Adolf Aich, dazu anregende Gespräche und ein interessanter Vortrag beim "Werkstattfrühstück" der Stiftung Liebenau.

Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Bildung beim Werkstatt-Frühstück im Berufsbildungswerk Adolf Aich (BBW) der Stiftung Liebenau (von links): Waldemar Westermayer (MdB), Dr. Berthold Broll (Vorstand Stiftung Liebenau), Christian Brand (Aufsichtsratsvorsitzender Landesbank Baden-Württemberg), Herbert Lüdtke (BBW-Geschäftsführer), Prälat Michael H. F. Brock und Dr. Markus Nachbaur (Vorstände Stiftung Liebenau), Christian Braun (BBW-Geschäftsführer) und Dr. Joachim Senn (Aufsichtsratsvorsitzender Stiftung Liebenau).

Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Bildung beim Werkstatt-Frühstück im Berufsbildungswerk Adolf Aich (BBW) der Stiftung Liebenau (von links): Waldemar Westermayer (MdB), Dr. Berthold Broll (Vorstand Stiftung Liebenau), Christian Brand (Aufsichtsratsvorsitzender Landesbank Baden-Württemberg), Herbert Lüdtke (BBW-Geschäftsführer), Prälat Michael H. F. Brock und Dr. Markus Nachbaur (Vorstände Stiftung Liebenau), Christian Braun (BBW-Geschäftsführer) und Dr. Joachim Senn (Aufsichtsratsvorsitzender Stiftung Liebenau).