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Beratungsbüro "STABIL" zieht positive Bilanz nach dreijähriger Arbeit

RAVENSBURG/WANGEN/FRIEDRICHSHAFEN – Nach längerer Auszeit in den Beruf zurückkehren, dabei Job und Kinder unter einen Hut bringen – das ist nicht immer einfach. Im Beratungsbüro "STABIL" bekamen Alleinerziehende dafür nützliche Tipps und konkrete Unterstützung. Jetzt ist das über einen Zeitraum von drei Jahren unter anderem von der EU geförderte Angebot ausgelaufen.


Beruflicher Wiedereinstieg: Über 600 Mal wurden Alleinerziehende beraten

Hervorgegangen war STABIL aus einem Ideenwettbewerb des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und wurde mit Fördermitteln aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) und der Agentur für Arbeit finanziert. In Kooperation mit dem Berufsbildungswerk Adolf Aich (BBW) Ravensburg und dem Beruflichen Fortbildungszentrum (bfz) Friedrichshafen konnten sich Hilfesuchende in Ravensburg, Friedrichshafen und Wangen persönlich beraten lassen – vertraulich, unverbindlich und kostenlos. Nun ist das auf drei Jahre angelegte Projekt zu Ende. "Es gab leider keine Anschlussförderung", bedauert Monika Kordula, Bildungsmanagerin im BBW. Zusammen mit ihrer Kollegin Sabine Zander war sie verantwortlich für das STABIL-Büro in der Ravensburger Raiffeisenstraße.

Probleme erschweren Arbeitseinstieg

Der Bedarf ist offenbar groß. Zahlreiche Mütter – Väter waren die seltene Ausnahme – haben die Beratungen in Anspruch genommen. "Sie kamen häufig mit mehreren Problemen, die einen Arbeitseinstieg erschweren", so Beraterin Sabine Zander. Dazu zählen: fehlende Berufsausbildung, eine zu lange Auszeit vom erlernten Beruf, Trennung, Scheidung oder auch Probleme mit der Kinderbetreuung. Sprich: fehlende Plätze oder ungünstige Öffnungszeiten in der Kita, Betreuungslücken nach der Schule und in den Ferien. "Hinzu kamen finanzielle Schwierigkeiten, fehlende Mobilität, Schulden, Wohnungsnot bis hin zu häuslicher Gewalt", berichtet Zander.

Viele Netzwerkpartner

Wie sie helfen konnte? Indem sie Angebote vermittelte – von der psychologischen Betreuung bis zum Bewerbertraining, Ausbildungsmöglichkeiten aufzeigte, Empfehlungen für Qualifizierungen und Trainingsmaßnahmen aussprach oder beim Schriftverkehr mit Ämtern behilflich war. Dabei griff STABIL auf ein großes Netzwerk aus Partnern zurück: vom Jugendamt über Beratungsstellen bis hin zur Caritas oder Diakonie.

625 Beratungen fanden statt

Das Fazit nach dreijähriger Arbeit? "Das gesamte Beratungsangebot wurde sehr geschätzt", blickt Monika Kordula zurück. 625 Beratungen fanden statt, davon 25 Prozent Erstberatungen. Dabei wurden viele Hindernisse aus dem Weg geräumt und viele Wege in eine Beschäftigung aufgezeigt. Aber ein Problem habe auch STABIL nicht lösen können: "Der finanzielle Anreiz, eine Arbeit aufzunehmen, ist für viele Frauen nicht gegeben", weiß Kordula. "Einsatz und organisatorischer Aufwand lohnen sich rein finanziell für viele einfach nicht, wenn am Ende nur etwas mehr oder sogar noch weniger als vorher im Geldbeutel ist."

Arbeitsmarkt: Alleinerziehende werden gebraucht

Dass sich an der Situation etwas ändern muss, da sind sich die STABIL-Projektverantwortlichen einig. Für Sabine Zander sind die nicht berufstätigen Alleinerziehenden eine "stille Reserve" für den Arbeitsmarkt der Zukunft. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis diese vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels gebraucht werde. "Und die Zeit läuft."

 


 

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erstellt am 28.02.2013



In 625 Gesprächen hat Sabine Zander im Rahmen von STABIL Alleinerziehende beraten, die zurück in das Berufsleben wollen.

In 625 Gesprächen hat Sabine Zander im Rahmen von STABIL Alleinerziehende beraten, die zurück in das Berufsleben wollen.