Sie sind hier:  Aktuelles & Informationen »  Presse 

Sozialpolitischer Austausch mit oberschwäbischen Bundestagsabgeordneten

RAVENSBURG/LIEBENAU – Die zweite Stufe der Pflegereform, berufliche Bildung und Inklusion: Das waren die Themen, über die Vertreter der Stiftung Liebenau mit fünf oberschwäbischen Bundestagsabgeordneten im Rahlentreff im Ravensburger Quartier Galgenhalde diskutierten. Die Stiftung Liebenau hatte dazu eingeladen.


Fachlicher Austausch mit der Praxis

Vorstand Dr. Berthold Broll, Gerhard Schiele, Geschäftsführer der Liebenauer Altenhilfe und Herbert Lüdtke, Geschäftsführer des Berufsbildungswerks Adolf Aich der Stiftung Liebenau begrüßten, gemeinsam mit Mitgliedern des Ausschusses Soziale Dienste des Aufsichtsrates und dem Geschäftsführer des Netzwerks Soziales neu gestalten (SONG), Ulrich Kuhn, die Gäste aus dem deutschen Bundestag. Am Dialog im Rahlentreff nahmen neben dem Ravensburger CDU-Bundestagsabgeordneten Dr. Andreas Schockenhoff dessen Kollegen Lothar Riebsamen (Bodenseekreis), Josef Rief (Biberach), Heinz Wiese (Ehingen) sowie der SPD-Bundestagsabgeordnete Martin Gerster (Biberach) teil.

"Nachdem die große Koalition im Bereich der Pflegepolitik ein erstes Reformgesetz aufgelegt hat, gilt es nun auch mit Blick auf die angekündigte zweite Reformstufe weiter im fachlichen Austausch mit der Praxis zu bleiben", sagte Broll eingangs. Dies gelte auch die für Träger der beruflichen Bildung und Behindertenhilfe herausfordernde Inklusionsdebatte.

Nach der Reform ist vor der nächsten Reform

Gerhard Schiele führte aus Perspektive der Altenhilfe aus, dass Verbesserungen wie beispielsweise die Einführung neuer und die Ausweitung bestehender Pflegeleistungen, die Verbesserung des Personalschlüssels in stationären Einrichtungen oder die Berücksichtigung von Tariflöhnen bei Pflegesatzverhandlungen begrüßenswert seien. Angesichts des bereits heute spürbaren Fachkräftemangels in der Pflege müssten jedoch weitergehende Maßnahmen ergriffen werden. Exemplarisch nannte Schiele die längst überfällige Entbürokratisierung in der Pflegedokumentation und die Reform der Pflegeausbildung. Zudem gelte es die Quartiers- und Netzwerkarbeit, wie beispielsweise nach dem mittlerweile seit 20 Jahren von der Altenhilfe der Stiftung Liebenau umgesetzten Konzept der "Lebensräume für Jung und Alt", zu stärken.

Stärkung der Kommunen und Förderung von Quartiersarbeit

Da Netzwerk- und Quartiersarbeit und soziale Kontakte das Risiko von Pflegebedürftigkeit senken, müssen diese weiter ausgebaut werden, so Schiele weiter. Mithilfe gemischter und durch die Quartiersarbeit organisierter Hilfenetzwerke im Quartier aus Angehörigen, Nachbarn, Ehrenamtlichen und Profis könne zudem eine Antwort auf veränderte Familienstrukturen und den Fachkräftemangel gegeben werden. Ulrich Kuhn, Geschäftsführer des Netzwerks Soziales neu gestalten (SONG) führte hierzu aus, dass die Kommunen sich wieder stärker in die Pflege auf lokaler Ebene einbringen sollten.

Berufliche Bildung im Lichte der Inklusionsdebatte

Dass bereits seit langem inklusiv und nachhaltig handelnde Einrichtungen in der gegenwärtigen Inklusionsdebatte bis dato kaum eine Rolle spielten, machte Herbert Lüdtke am Beispiel der Arbeit des Berufsbildungswerks Adolf Aich deutlich. Auch wenn in politischen Debatten entsprechende Strukturen bisweilen kritisch und als überkommene "Spezialeinrichtungen" gewertet würden, seien Berufsbildungswerke gerade in Zeiten der Inklusion kein Auslaufmodell, sondern ein wertvolles Instrument zur Teilhabe, wie Lüdtke weiter ausführte. Man bereite junge Menschen mit Unterstützungsbedarf als Teil des Inklusionssystems bereits seit 30 Jahren erfolgreich auf das Leben und die Teilhabe in der Gesellschaft vor. Ziel sei es, jungen Menschen mit (Lern-)Behinderung sowie sozial auffälligen Jugendlichen den Übergang in einen Vollberuf zu ermöglichen.

Berufsbildungswerke leisten Beitrag zur Abmilderung des Fachkräftemangels

Gegenwärtig biete das BBW für rund 900 dieser jungen Menschen eine realitätsnahe Ausbildung. Mit rund 200 Betrieben und Unternehmen in der Region sei man eng vernetzt. Rund zwei Drittel der BBW-Absolventen fänden nach ihrem Abschluss einen Arbeitsplatz, ein aktiver Beitrag des Berufsbildungswerks zur Abmilderung des Fachkräftemangels in der Region Bodensee-Oberschwaben.

 


 

Kontakt:
Stiftung Liebenau
Abteilung Kommunikation
Sekretariat Presse
Siggenweilerstr. 11
88074 Meckenbeuren
Telefon 07542 10-1181
Telefax 07542 10-1117
vera.ruppert(at)stiftung-liebenau.de

erstellt am 28.11.2014



Wollen auch weiterhin im fachpolitischen Dialog bleiben (v. l.): Dr. Berthold Broll, Vorstand Stiftung Liebenau; die CDU-Bundestagsabgeordneten Heinz Wiese (Ehingen), Josef Rief (Biberach), Lothar Riebsamen (Bodenseekreis); Professor Dr. Volker Faust, Aufsichtsrat der Stiftung Liebenau; Dr. Andreas Schockenhoff (Ravensburg); Gerhard Schiele, Geschäftsführer der Liebenauer Altenhilfe und der SPD-Bundestagsabgeordnete Martin Gerster (Biberach).

Wollen auch weiterhin im fachpolitischen Dialog bleiben (v. l.): Dr. Berthold Broll, Vorstand Stiftung Liebenau; die CDU-Bundestagsabgeordneten Heinz Wiese (Ehingen), Josef Rief (Biberach), Lothar Riebsamen (Bodenseekreis); Professor Dr. Volker Faust, Aufsichtsrat der Stiftung Liebenau; Dr. Andreas Schockenhoff (Ravensburg); Gerhard Schiele, Geschäftsführer der Liebenauer Altenhilfe und der SPD-Bundestagsabgeordnete Martin Gerster (Biberach).

Konstruktive Gespräche am

Konstruktive Gespräche am "eckigrunden" Tisch.