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Absolventenfeier im Regionalen Ausbildungszentrum (RAZ) in Ulm

ULM – 39 junge Menschen – so viele wie noch nie – feierten im Regionalen Ausbildungszentrum (RAZ) Ulm des Berufsbildungswerks Adolf Aich (BBW) der Stiftung Liebenau ihren Berufsabschluss in zehn verschiedenen Ausbildungsberufen. Weitere sieben Jugendliche absolvierten eine Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB). Alles Gute für den weiteren Weg ins Berufsleben wünschten Vertreter der Agentur für Arbeit, der Industrie- und Handelskammer und der Stadt Ulm.


Individuelle Förderung lohnt sich

"Sie haben einen guten Punkt erreicht, auf dem Sie stehen und die ganze Welt aus den Angeln heben können", gratulierte BBW-Geschäftsführer Herbert Lüdtke den Absolventen zum Abschluss ihrer Berufsausbildung am RAZ in Ulm. "Sie haben erfahren, dass Sie etwas leisten können, und nun kann das Leben mit all seinen Herausforderungen kommen." Keinen Hehl machte Lüdtke daraus, dass die berufliche Rehabilitation aktuell in einer schwierigen Situation steckt. "Wir sind seit Jahren verunsichert, und nun hat das Regierungspräsidium Tübingen angekündigt, 20 Prozent der Unterrichtsstunden zu streichen", berichtete der Geschäftsführer.

Als weitere Stichpunkte nannte er die demografische Entwicklung und das Thema Inklusion. "Die Sonderberufsschulen mit ihren kleinen Klassen und Sonderpädagogen werden in Frage gestellt", informierte er. Lüdtke sieht in der ungewissen Entwicklung einen Widerspruch zur Verfassung des Landes Baden-Württemberg, nach der jeder junge Mensch seine Begabung entfalten können dürfe und ein Recht auf Ausbildung habe. "Wir meinen, dass Spezialeinrichtungen wie das RAZ auch künftig unverzichtbar sind."

"Sie haben es geschafft"

Holger Balkheimer, Ausbildungsberater an der Industrie- und Handelskammer Ulm, beglückwünschte die Absolventen: "Sie haben einen Lebensabschnitt geschafft. Neue werden kommen." Den jungen Menschen stehe alles offen, da sie über eine gesunde Basis verfügen. "Durch den demografischen Wandel stehen die Chancen im Berufsleben gut", so Balkheimer. Für die Reha-Berater der Agentur für Arbeit sprach Lothar Scherhaufer: "Wenn ich Sie heute hier sehe, weiß ich, dass wir alles richtig gemacht haben." Das sei heute nicht mehr selbstverständlich. Häufig werde die Berufsausbildung abgebrochen. "Das liegt weniger an Schule und Praxis, sondern am Willen und der Leistungsbereitschaft der Jugendlichen", so Scherhaufers Einschätzung. "Aber Sie haben es geschafft!" Nun falle die Unterstützung durch die RAZ-Mitarbeiter weg und die jungen Menschen seien für sich selbst verantwortlich.

"Ich bin ganz schön beeindruckt von Ihnen", meinte Monika Schmid von der Stadt Ulm. Die Jugendlichen hätten trotz manchmal schwieriger Ausgangsbedingungen den Mut gehabt, ins RAZ zu kommen. Dabei hätten sie viel gelernt, auch über sich selbst. Manche seien sogar über sich hinaus gewachsen. "Sie sind für mich der Beweise dafür, dass individuelle Förderung das Beste aus einem Menschen herausholen kann", so Schmid.

Sonderpreise für besondere Leistungen

Stolz nahmen die Absolventen die Zeugnisse von ihren Ausbildern und Lehrern in Empfang. Einige von ihnen werden ein viertes Jahr anhängen, mit dem Ziel, den Abschluss der Vollausbildung an der regulären Berufschule zu schaffen. Luigi Locci, Nadia Assi und Tamara Schaffrinna durften sich über einen Sonderpreis des RAZ freuen. "Er wird für besondere Entwicklungen und Leistungen vergeben, die nicht mit Noten zu messen sind", erläuterte RAZ-Einrichtungsleiterin Birgit Simon.

Im Namen der Absolventen sprach Sandra Keiper: "Wir hatten drei supertolle Jahre und sind alle dankbar, dass wir die Prüfung geschafft haben." Herbert Lüdtke und Birgit Simon dankten den beteiligten Ausbildungsbetrieben, Kostenträgern – allen voran der Agentur für Arbeit – sowie der Stadt Ulm. "Mein besonderer Dank gilt den Mitarbeitern für ihr Engagement, auch in Zeiten der Unsicherheit", so Lüdtke.

Musik der Band „Nic Diamond and the mellow Tunes“ und ein leckeres Büfett trugen zur festlichen Atmosphäre der Absolventenfeier bei.

 

 

 


 

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erstellt am 31.07.2013



Abschied vom Regionalen Ausbildungszentrum Ulm: Die ehemaligen Auszubildenden freuen sich über den Abschluss ihrer Ausbildung und auf den Start ins Berufsleben.

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Abschlussfeier im Regionalen Ausbildungszentrum Ulm: So viele Absolventen wie noch nie feierten zusammen mit Angehörigen, Freunden, Ausbildern und Lehrern.

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Die betriebsnahe Ausbildung im Regionalen Ausbildungszentrum (RAZ) ermöglicht es jungen Menschen mit Lernbehinderung ihre Ausbildung je nach individuellen Möglichkeiten entweder von Beginn an in anerkannten Ausbildungsbetrieben aus der Region zu absolvieren oder das erste Ausbildungsjahr in den Ausbildungswerkstätten und Betrieben des RAZ in Ulm und im Anschluss in Betrieben der freien Wirtschaft. Es eignet sich für junge Menschen, die bereits in der Lage sind, in Betrieben zu arbeiten, aber noch einen gewissen Betreuungsbedarf haben.
www.raz-ulm.de