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Politiker trifft Azubis: FDP-Bundestagsabgeordneter Stephan Thomae im BBW

KEMPTEN/RAVENSBURG – Der FDP-Bundestagsabgeordnete Stephan Thomae hat auf Einladung von Auszubildenden das Berufsbildungswerk Adolf Aich (BBW) in Ravensburg besucht und sich über Arbeit und Sorgen der zur Stiftung Liebenau gehörenden Einrichtung informiert. Aus dem ganzen Südwesten der Republik – auch aus dem Bezirk der Arbeitsagentur Kempten – kommen Jugendliche mit besonderem Förderbedarf hierher, um dann als Fachkräfte den Sprung auf den Arbeitsmarkt zu schaffen.


Aus dem Allgäu ins BBW nach Ravensburg

Unter den über 700 jungen Menschen, die im BBW derzeit eine Ausbildung oder Berufsvorbereitung machen, sind 18 Jugendliche aus Stephan Thomaes Wahlkreis. Einer davon ist Dominik Geiger. Der 19-Jährige hatte den Politiker per Brief dazu eingeladen, sich doch selbst einmal ein Bild vom BBW zu machen. Nach der Förderschule war Geiger einst aus dem Allgäu nach Ravensburg gekommen. Im kommenden Sommer wird der Schlosserlehrling seine Ausbildung abschließen – um dann wie seine Mitschüler gute Chancen auf einen festen Job ("möglichst daheim") zu haben.

Gute Vermittlungszahlen

So werden Jahr für Jahr rund zwei Drittel der BBW-Absolventen dauerhaft in eine Beschäftigung vermittelt, wie Geschäftsführer Herbert Lüdtke vorrechnete. Eine stolze Bilanz, zumal die jungen Menschen oft erhebliche Benachteiligungen mitbringen. "Es gibt kaum noch einen Jugendlichen, der mit einer klassischen Lernbehindertendiagnose hier ist", erklärte BBW-Psychologe Dr. Stefan Thelemann. So gebe es unter den Azubis immer mehr junge Menschen mit psychischen Störungen oder Erkrankungen. Doch mit seinen kurzen Wegen zwischen Schule, Wohnheim und Ausbildung und der intensiven Unterstützung durch Fachdienste, Lehrer, Erzieher und Ausbilder könne das BBW auch diesen Menschen eine berufliche Perspektive eröffnen.

Berufsbildungswerke unter Druck

Trotzdem: Gerade im Zuge der Inklusionsdebatte werden die Berufsbildungswerke zunehmend politisch in Frage gestellt. Dabei sei das BBW doch lediglich für einen bestimmten Lebensabschnitt da, wie Lüdtke betonte: "Wir sind eine Spezialeinrichtung auf Zeit." Und während dieser Phase biete das BBW Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf ein optimales Umfeld, das so in der freien Wirtschaft nicht realisiert werden könne. "Für diesen Personenkreis gibt es keine Alternative", sagte der Geschäftsführer, den auch noch andere Sorgen plagen: So leiden die BBWs seit Jahren unter einem starken Kostendruck, da der erforderliche Unterstützungsaufwand nicht immer voll refinanziert werde.

Im Gespräch mit den Azubis

So interessiert, wie sich Thomae bei den Themen Finanzierung und Inklusion gezeigt hatte, trat er auch den Jugendlichen gegenüber: "Wie erleben Sie selbst die Einrichtung? Woher kommen Sie? Wohin wollen Sie beruflich gehen?", richtete er seine Fragen an Dominik Geiger und drei weitere Vertreter der BBW-Azubis und erfuhr von ihrer Vorgeschichte, ihren Lebensplänen – und ihren Anliegen an die Politik. Auf die Frage, ob man nicht ihre knapp bemessene Ausbildungsvergütung erhöhen könne, blieb der Politiker ehrlich: "Ich schätze, das wird schwierig." Und wie seine Partei den Jugendlichen helfen könne? "Es geht darum, Rahmenbedingungen und Strukturen zu schaffen, dass Sie Ihr Leben selber in die Hand nehmen können. So, wie es ja hier im BBW gemacht wird."

"Fan von Privateinrichtungen"

Thomae, der sich als "Fan von Privateinrichtungen" bezeichnete, würdigte die langjährige Erfahrung des BBW und die bestehenden Kontakte zu über 450 Partnerbetrieben in der regionalen Wirtschaft und brach abschließend eine Lanze für das Ravensburger Berufsbildungswerk: "Eine solche Einrichtung, die seit über 30 Jahren existiert, sollte weiter machen können."

 


 

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erstellt am 11.12.2012



Stephan Thomae (links) schraubte gemeinsam mit Azubi Dominik Geiger eine Sitzbank zusammen.

Bei seinem Besuch im Berufsbildungswerk Adolf Aich (BBW) bewies Stephan Thomae auch handwerkliches Geschick. Gemeinsam mit Azubi Dominik Geiger (rechts) schraubte er eine Sitzbank zusammen, die das BBW an eine soziale Einrichtung nach Wahl des Politikers spenden wird.