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Bundestagsabgeordneter Josef Rief (CDU) besucht Berufsbildungswerk Adolf Aich

BIBERACH/RAVENSBURG – Der Biberacher Bundestagsabgeordnete Josef Rief hat auf Einladung zweier Auszubildender das Berufsbildungswerk Adolf Aich (BBW) besucht. Dort informierte er sich über die Arbeit der Einrichtung und diskutierte über aktuelle bildungs- und sozialpolitische Fragen wie das "Riesenthema" Inklusion. Auch für die Anliegen der Lehrlinge hatte er ein offenes Ohr.

"Mich interessiert, was Sie machen"

Von Berlin über Brüssel wieder nach Oberschwaben: Zwischen zahlreichen politischen Terminen nahm sich der CDU-Politiker Zeit für einen mehrstündigen Besuch im BBW in Ravensburg. "Ich bin hier, um etwas zu lernen“, denn „mich interessiert, was Sie hier machen." Das erfuhr Josef Rief dann hautnah: von den Verantwortlichen des BBW ebenso wie von den Azubis. Die beiden Schlosserlehrlinge Dominik Geiger und Tobias Grimm hatten den Politiker dazu eingeladen, einen Blick hinter die Kulissen des Schul- und Ausbildungsbetriebes ihrer Einrichtung zu werfen.

BBW bildet auch in Biberach aus

Seit über 30 Jahren bringt das BBW junge Menschen mit besonderem Förderbedarf erfolgreich in den Beruf oder bereitet sie auf einen Start in eine Lehre vor. Aus der ganzen Region kommen die Jugendlichen an den BBW-Hauptsitz nach Ravensburg oder in eine von mehreren Außenstellen. Auch in Biberach ist das BBW mit einem Standort präsent und bildet dort in verschiedenen Metallberufen aus.

Berufsbildungswerke unter Druck

Doch gerade im Zuge der Inklusionsdebatte werden Spezialeinrichtungen, wie das BBW, laut Geschäftsführer Herbert Lüdtke, zunehmend in Frage gestellt. Ohnehin leiden sie seit Jahren unter einem starken Kostendruck, da der erforderliche Unterstützungsaufwand nicht immer voll refinanziert werde. Dabei gelten die Berufsbildungswerke seit Jahrzehnten als Erfolgsmodell, was auch jüngste volkswirtschaftliche Studien untermauern. "Wir sind eine Spezialeinrichtung auf Zeit", betonte Lüdtke. "Und am Ende steht meist die erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt". Das belegen die Vermittlungszahlen: so haben zwei Drittel der BBW-Absolventen nach dem Abschluss einen dauerhaften Arbeitsplatz.

Ohne das BBW sähe das anders aus. Denn: "Unsere Teilnehmer kommen in der Masse nicht auf dem ersten Ausbildungsmarkt unter." Zumal sich psychische Beeinträchtigungen und Störungen beim BBW-Klientel in den letzten Jahren häufen. Hierbei habe sich das BBW als Kompetenzzentrum mit eigener Sonderberufsschule, Wohnangeboten und einem psychologischen Fachdienst profiliert: "Wir kennen uns aus."

Keine Alternative zum BBW

Josef Rief sprach sich zwar für Inklusion aus, aber "nicht um jeden Preis, nicht der Ideologie willen." Ein "Alles-in-einen-Topf" sei aus seiner Sicht falsch. Die Leute sind unterschiedlich, also brauchen sie unterschiedliche Modelle. Ziel müsse es sein, den Jugendlichen ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen – auch jenen, "die aus irgendwelchen Gründen nicht auf der Sonnenseite stehen." Zudem sprach er sich für mehr dezentrale Entscheidungen aus: "Ich halte es für wichtig, dass wir das Problem möglichst weit unten lösen."

Herbert Lüdtke erwartet von der Politik ein klares Bekenntnis. Die entscheidende Frage sei: "Soll es in zwanzig Jahren noch ein BBW in Oberschwaben geben? Wir sagen: Ja, weil es im derzeitigen System keine adäquaten Alternativen für diese Menschen gibt." Doch: "Wenn wir Berufsbildungswerke weiterhin wollen, müssen wir sie auch ordentlich finanzieren."

Josef Rief packt mit an

Als gelernter Landwirt ohnehin nicht unter Verdacht, zwei linke Hände zu haben, durfte Rief in der BBW-Metallwerkstatt sein handwerkliches Geschick unter Beweis stellen. Gemeinsam mit den beiden Azubis schraubte er eine im BBW gefertigte Sitzbank zusammen. Diese wird nun an eine soziale Einrichtung nach Riefs Wunsch gestiftet.




 

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erstellt am 25.10.2012



Eine Sitzbank für den guten Zweck: MdB Josef Rief (mitte) in der Ausbildungswerkstatt des Berufsbildungswerks Adolf Aich (BBW)

Eine Sitzbank für den guten Zweck: Gemeinsam mit den beiden Azubis Dominik Geiger (links) und Tobias Grimm (rechts) betätigte sich MdB Josef Rief in der Ausbildungswerkstatt des Berufsbildungswerks Adolf Aich (BBW).