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FDP-Landeschefin Birgit Homburger besucht das Berufsbildungswerk Adolf Aich

RAVENSBURG – Politikerin trifft Azubis: Die FDP-Landesvorsitzende und Bundespartei-Vizechefin Birgit Homburger hat das Berufsbildungswerk Adolf Aich (BBW) in Ravensburg besucht und sich mit Auszubildenden und den Verantwortlichen der Einrichtung über aktuelle bildungspolitische Themen ausgetauscht.

Ausbildung: Niemand darf auf der Strecke bleiben

"Ich persönlich halte sehr viel von Ihrer Arbeit", zeigte sich Homburger beeindruckt, als sie aus erster Hand vom Alltag in Ausbildung, Berufsschule und Wohnheim der Bildungseinrichtung erfuhr. Dort werden derzeit über 700 junge Menschen mit besonderem Förderbedarf ausgebildet oder auf den Start ins Berufsleben vorbereitet. Zwei angehende Schlosser aus dem BBW, Dominik Geiger und Tobias Grimm, hatten die Politikerin persönlich eingeladen: "Kommen Sie bei uns vorbei, wir freuen uns auf Ihren Besuch!", so die 19- und 21-jährigen Lehrlinge in ihrem Brief. Und Birgit Homburger war gekommen und nahm sich Zeit für die verschiedensten Anliegen der Azubis – von der Höhe der Ausbildungsvergütung bis hin zu der bangen Frage, wie das denn nun sei mit den geplanten Gemeinschaftsschulen. Solche könnten in bestimmten Situationen sinnvoll sein, "aber sicher nicht flächendeckend", meinte Homburger und plädierte für ein differenziertes Schulwesen, das Wert legt auf individuelle Förderung.

Erfolgreiche Vermittlung in Arbeitsmarkt

Eine solche wird im BBW seit jeher praktiziert. Bildungsbegleiter, Psychologen, Lehrer, Ausbilder und Erzieher kümmern sich darum, die mit zum Teil schwierigen Voraussetzungen ins BBW gekommenen Jugendlichen sowohl beruflich, als auch in lebenspraktischen Dingen auf Kurs zu bringen. Doch das primäre Ziel ist klar: "Wir bilden aus, um erfolgreich Absolventen in den Arbeitsmarkt zu vermitteln", betonte der Leiter der Abteilung Bildungsbegleitung im BBW, Oliver Schweizer. Und das gelingt auch, finden doch rund zwei Drittel der Absolventen Jahr für Jahr gleich nach ihrer Ausbildung eine Beschäftigung. Das ist nicht nur für die Betroffenen erfreulich, sonder auch für die Wirtschaft, wie Homburger betonte: "Wir können es uns vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels gar nicht leisten, jemanden auf der Strecke zu lassen."

Berufsbildungswerke unter Druck

Alles gut also? "Nein, wir haben auch Sorgen", so BBW-Prokurist Christian Braun. Ein großes Problem sei etwa der Kostendruck, der immer schwerer auf den größtenteils über die Bundesagentur für Arbeit finanzierten Berufsbildungswerken laste. Knackpunkt: Mit den pauschalen Maßnahmen werden die besonderen Bedarfe der Jugendlichen finanziell oft nicht abgedeckt. Sprich: Nicht alles, was die jungen Menschen an Förderung und Betreuung brauchen und im BBW auch bekommen, ist über den Kostensatz refinanziert. Umstritten sei auch die Praxis der Agentur, vermehrt Ausbildungsleistungen per Ausschreibung zu vergeben. Ist das in der UN-Behindertenrechtskonvention  festgeschriebene Wunsch- und Wahlrecht des Einzelnen da noch gewahrt, wenn Plätze verteilt werden, ohne ausreichend auf die Bedürfnisse der Jugendlichen zu achten? "Aus unserer Sicht ist das eine klassische Planwirtschaft", so Braun.

Birgit Homburger versprach, diese Anliegen ernst zu nehmen und sie an den zuständigen Ausschuss in Berlin weiterzuleiten. Sie selbst forderte eine Orientierung am jeweiligen Fall. Es gehe darum, den jungen Leuten "ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen", anstatt sie "mit ihren Problemen alleine zu lassen." Die Bundespolitikerin plädierte hierbei für mehr Dezentralisierung. Entscheidungen über die Art der Fördermaßnahmen müssten sinnvollerweise von den Akteuren vor Ort gefällt werden. Denn: "Sie kennen die Jugendlichen am besten."

 


 

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erstellt am 28.09.2012



Politikerin beweist handwerkliches Geschick

Politikerin beweist handwerkliches Geschick: Gemeinsam mit Teilnehmervertreterin Safidinantanaina Witzke sowie den Azubis Tobias Grimm und Dominik Geiger (von links) schraubte Birgit Homburger (Mitte) eine im Berufsbildungswerk Adolf Aich (BBW) gefertigte Sitzbank zusammen. Das Möbelstück soll nun einer sozialen Einrichtung aus der Region nach Homburgers Wahl gestiftet werden.