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Besuch des Bundestagsabgeordneten Lothar Riebsamen im Berufsbildungswerk Adolf Aich (BBW)

RAVENSBURG - Im Rahmen einer bundesweiten Kampagne der Berufsbildungswerke nutzte der Bundestagsabgeordnete Lothar Riebsamen die Einladung zweier Auszubildender, um einen Einblick in die vielfältigen Möglichkeiten für schwierige und benachteiligte junge Erwachsene im Berufsbildungswerk Adolf Aich, einer Tochtergesellschaft der Stiftung Liebenau, zu erhalten.


Kein Jugendlicher darf zurückgelassen werden

Die erste Station des Besuches ist das Ausbildungsrestaurant und bereits hier zeigt sich Lothar Riebsamen beeindruckt über die Professionalität. Manfred Haas, Abteilungsleiter Bildung und Arbeit, erklärt, dass der Abschluss, mit dem die Jugendlichen ihre Ausbildung im BBW beenden, ein ganz regulärer ist. "Der einzige Unterschied ist, dass sie bei uns eine zusätzliche Unterstützung erhalten, beispielsweise pädagogische oder psychologische Begleitung", so Haas.

Wie kann man eine individuelle Bildung möglich machen?

Neben dem Arbeiten in den Praxisflächen und der Schule finden unterschiedliche Trainings statt. So erweitern die Auszubildenden ihre Sozial- und Arbeitskompetenz, erhalten nach Bedarf auch eine psychologische Betreuung und lernen, ihre persönlichen Ziele besser zu verfolgen. So unterschiedlich die Bedürfnisse der Jugendlichen und jungen Erwachsenen auch sind, nach Möglichkeit soll alles abgedeckt werden. "Es braucht passgenaue Hilfen, viel Einzelbetreuung, die dann aber auch zu wirklichen Erfolgen führt", erklärt Dr. Stefan Thelemann von der Abteilung Diagnostik. "Nur so können wir wirkliche Erfolge erzielen, die zu einer dauerhaften Vermittlung in Arbeit führen." Der Wert der im Berufsbildungswerk geleisteten Arbeit zeigt sich in einer Vermittlungsquote von 65 % im Schnitt der letzten fünf Jahre.

Die Anforderungen an Berufsbildungswerke verändern sich

In den letzten Jahren aber wird immer deutlicher, dass die Jugendlichen mehr Probleme mitbringen."„Die Tendenz geht zu immer multipleren Störungen und verschiedenen psychischen Behinderungen", bemerkt Dr. Thelemann. "Von 370 Jugendlichen sind 130 mit einer Lernbehinderung eingestuft, 50 leiden an posttraumatischen Belastungsstörungen durch Gewalterfahrungen, 70 zeigen Anzeichen von Autismus und hinzu kommen Fälle von Borderline oder ADHS."

Um all diese Jugendlichen angemessen zu begleiten braucht es immer mehr Unterstützung qualifizierter Mitarbeiter. Das jedoch ist nicht über den pauschalen Kostensatz refinanzierbar, so BBW-Prokurist Christian Braun. In den letzten Jahren nahm der wirtschaftliche Druck auf Berufsbildungswerke stetig zu: Kostendruck und die Anwendung des Vergaberechts passen nicht zu den wachsenden Unterstützungsbedarfen der Jugendlichen, Tariferhöhungen und Inflation sind seit Jahren nicht mehr in dringend notwendigen höheren Preisen für die Leistungen der Berufsbildungswerke berücksichtigt worden.

Der Gast darf in der Schlosserei mit anpacken

Wenn man den beiden Auszubildenden Tobias Grimm und Dominik Geiger, die mittlerweile die Hälfte ihrer Schlosser-Ausbildung erfolgreich hinter sich gebracht haben zuhört, wird schnell klar, dass sie es nur durch die passgenaue und individuelle Unterstützung in die Metallwerkstatt geschafft haben. Stolz schrauben sie gemeinsam mit Lothar Riebsamen eine Sitzbank zusammen. Im Vorfeld haben sie die Teile geschnitten, gebogen und verzinkt. Und natürlich nutzen sie die Gelegenheit, dem Politiker Fragen zu stellen. Es sind ganz alltägliche Dinge, die die Schüler bewegen. Könnte man nicht bei der Höhe des Ausbildungslohnes etwas machen? Die Nachricht von den Plänen einer Gemeinschaftsschule haben sie im Radio gehört und einen Fahrstuhl bräuchte man auch dringend. Als einzige Frage an diesem Tag blieb offen, an welche soziale Einrichtung die Bank als Spende nach Riebsamens Wunsch gehen soll.

Ein riesiges Defizit

Das Fazit des Besuches ist Begeisterung von Seiten des Bundestagsabgeordneten für die Chancen und Hilfen, die Jugendliche im BBW erhalten. "Es muss immer um den einzelnen Menschen gehen", betont Lothar Riebsamen. Gerade im Hinblick auf den drohenden Fachkräftemangel in der Wirtschaft wird jeder Jugendliche gebraucht und die Anforderungen, die an Auszubildende gestellt werden, haben enorm zugenommen, so hat auch Riebsamen festgestellt."„Da gibt es ein riesiges Defizit an Institutionen, die genau an diesem Punkt ansetzen."

 


 

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erstellt am 31.07.2012



In der Schlosserei werden gemeinsam die letzten Schrauben für die Bank angezogen

In der Schlosserei werden gemeinsam die letzten Schrauben für die Bank angezogen: (v.l.n.r.) Tobias Grimm, Timo Fendt, Dominik Geiger, Lothar Riebsamen und Werkstattleiter Erwin Koch)

Foto: Kranz