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Auf den Spuren der "Schwabenkinder"

RAVENSBURG – Außerordentlich belastbar, flexibel und teamfähig muss man sein, um wie einst die "Schwabenkinder" in fünf Tagen von Vorarlberg nach Oberschwaben zu wandern. Trotz Hitzewelle haben Mitte Juli 13 Auszubildende des Berufsbildungswerks Adolf Aich (BBW) der Stiftung Liebenau an diesem Projekt der Erlebnispädagogik teilgenommen und zusammen mit ihren vier Betreuern das Ziel erreicht. Sie haben dabei "soft skills" bewiesen, über die sich ihre künftigen Chefs nur freuen können.

 

20 Kilometer täglich

"Unsere Jugendlichen erinnern sich sicherlich ein Leben lang an diese Wanderung", prophezeit Ausbilder und Projektinitiator Thomas Wuttke. "Und können wirklich stolz auf sich sein!", ergänzt Ausbilder Frederik Steinle. Pro Tag sind die angehenden Garten- und Landschaftsbauer, Zierpflanzenbauerinnen und Landmaschinenmechaniker rund 20 Kilometer gewandert, haben bis zu 1000 Höhenmeter überwunden, ihre Cola gegen Wasser aus den Bächen getauscht und in Turnhallen übernachtet. "Da muss man schon viel Rücksicht aufeinander nehmen, flexibel und teamfähig sein", bemerkt Bildungsbegleiterin Ursula Baldauf, die auf der Wanderung für eine perfekte Logistik in punkto Übernachtung und Lebensmittelversorgung sorgte.

In fünf Etappen bis Ravensburg

Fünf Tagesetappen führten die BBWler von Schröcken über Schnepfau, Schwarzenberg, Bildstein und Bregenz nach Ravensburg an den Platz des Schwabenkinder-Denkmals. Bis ins 20. Jahrhundert hinein hatten Kinder armer, österreichischer Bergbauernfamilien alljährlich diesen Weg auf sich nehmen müssen, um auf dem Ravensburger Kindermarkt als Hütebuben oder Mägde an oberschwäbische Bauern oder Geschäftsleute für eine Saison verpachtet zu werden. Im Herbst sind sie mit etwas Geld und neuer Kleidung nach Hause zurückgekehrt.

Hitze war anstrengend

Thomas Wuttke leitet die Wanderung nun schon das fünfte Jahr. "Diesmal ist es besonders heiß und daher noch anstrengender als die letzten Jahre", resümiert er. Immer wieder mussten die Betreuer jeden Einzelnen motivieren. Zwei von ursprünglich 15 Jugendlichen haben die Tour trotzdem am zweiten Tag abgebrochen und sind nach Hause gefahren. Alle, auch die Betreuer, sind an ihre Grenzen gekommen und abends vor allem früh ins Bett. "Was die Jugendlichen geleistet haben, verdient Respekt und Anerkennung", sagt Ausbilder Franz Binder. "Deshalb bescheinigen wir ihnen für ihre spätere Arbeitssuche die erfolgreiche Teilnahme an der Schwabenkinder-Wanderung auch schriftlich."

 


Kontakt:
Stiftung Liebenau Kommunikation
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Telefon 07542 10-1181
Telefax 07542 10-1117

erstellt am 23.07.2010



Auf den Spuren der Schwabenkinder

Frisch gestärkt sind die Jugendlichen am Donnerstagmorgen in Bildstein aufgebrochen. Weiter ging‘s nach Bregenz, wo sie – wie die "Schwabenkinder" auch – mit dem Schiff nach Friedrichshafen gefahren und von dort bis Eppenkirch gewandert sind. Ein stolzes Tagespensum von insgesamt 27 Kilometern!
 

Gruppenbild fünf Kilometer vor Schoppernau

Fünf Kilometer vor Schoppernau haben sich die Jugendlichen zum Gruppenfoto aufgestellt. Mit auf dem Bild zwei der vier Betreuer: Franz Binder, Ausbilder der Landmaschinenmechaniker (ganz links) und Frederik Steinle, Ausbilder im Garten- und Landschaftsbau (der achte von rechts mit Wanderstock).