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Caritas-Jugendforum in Ravensburg - Jugendliche sprechen mit

RAVENSBURG – Zahlreiche Teilnehmer aus ganz Baden-Württemberg haben sich im Berufsbildungswerk Adolf Aich (BBW) der Stiftung Liebenau zum dritten Caritas-Jugendforum getroffen. Unter dem Motto "Wir sprechen mit…" diskutierten jugendliche und erwachsene Vertreter von Einrichtungen der Jugendhilfe über Themen wie Mitbestimmung, Rechte, Regeln und Konfliktbewältigung.

 

Rekordbeteiligung: Mehr als 100 Teilnehmer

Mehr als 100 Kinder- und Jugendvertreter sowie Heimbeiräte aus 16 südwestdeutschen Einrichtungen – der jüngste Teilnehmer war zehn Jahre alt – sind diesmal nach Ravensburg gekommen, um Fragen des alltäglichen Lebens auf den Wohngruppen zu besprechen. Dazu eingeladen hatten die Diözesan-Caritasverbände in Baden-Württemberg und die Arbeitsgemeinschaft der Erziehungshilfe (AGE).

"Möglichkeit, sich auszutauschen"

"Für die jungen Menschen stellt diese Veranstaltung ein gutes Forum dar, sich aktiv einzubringen. Gerade weil sie in einem Alter sind, in dem es um das Erlernen von Selbstständigkeit geht, ist dies sehr wichtig", erklärten Jennifer Spänle und Nadine Stollhoff, Mitarbeiterinnen im Wohnheim des gastgebenden BBW. "Zudem haben die Jugendlichen hier die Möglichkeit, sich miteinander auszutauschen und zu erfahren, wie es in anderen Einrichtungen so abläuft." Und das taten die Teilnehmer dann auch auf intensive Weise. In einem halben Dutzend Arbeitsgruppen wurden stundenlang Erfahrungen mitgeteilt, Ideen gesammelt sowie große und kleine Probleme diskutiert.

Aktuelle Themen diskutiert

Zum Abschluss des Forums präsentierten sie ihre Gedanken und Anliegen auf bunten Stellwänden oder trugen sie auf der Bühne mit kleinen Sketchen auf unterhaltsame Weise vor. So diente etwa eine mannsgroße Puppe als Projektionsfläche für die Wünsche und Erwartungen der Kinder und Jugendlichen an ihre Erzieher: Sie sollen sie etwa bei der Bewältigung des Alltags und auf ihrem schulischen und beruflichen Weg unterstützen. Gewünscht wurde aber auch, "dass sie uns glauben, selbst wenn andere etwas Schlechtes über einen erzählen." Kritisch hinterfragten die Jugendlichen selbst etwa ihren Umgang mit Medien und der modernen Kommunikationstechnik. So wägten sie zum Beispiel Pro und Contra in Sachen Handynutzung ab: "Vorteil? Man ist immer erreichbar. Nachteil? Man ist immer erreichbar."

Regeln, Rechte und Pflichten im Wohnheim

Ein weiteres Thema, das den Teilnehmern unter den Nägeln brannte: Regeln auf der Wohngruppe, sei es in Bezug auf Rauchen und Alkoholkonsum oder auch Ausgehzeiten und Taschengeld. Als Fachmann stand Dr. Jürgen Strohmeier vom Landesjugendamt Erziehern und Jugendlichen auch bei rechtlichen Fragen Rede und Antwort: Unter welchen Umständen darf überhaupt das Taschengeld gekürzt werden, wie sehen sinnvolle Sanktionen bei Fehlverhalten aus, welche Anlaufstellen sollte es geben, bei denen sich Jugendliche vertrauensvoll beschweren können?

Jugendliche an Diskussion beteiligen

"Wichtig ist es, nicht nur über Partizipation zu reden, sondern zusammen mit den Kindern und Jugendlichen darüber zu sprechen", betonte Hans-Peter Häußermann vom Caritas-Verband der Diözese Rottenburg-Stuttgart die Bedeutung des Jugendforums, an dem sich die Heimbewohner tatkräftig beteiligten und auf der Bühne selbstbewusst das Mikrofon ergriffen. "Das verstehe ich unter Inklusion", freute sich Häußermann über das gezeigte Engagement der jungen Leute. "Man muss sie ernst nehmen und ihnen etwas zutrauen", sagte er. "Dann funktioniert so etwas auch." Für BBW-Geschäftsführer Herbert Lüdtke spiegelt sich in dieser Veranstaltung auch das Bildungsverständnis seines Hauses: "In der Zeit im BBW sollen die jungen Leute auch lernen, eigenständig und demokratisch zu handeln."

Workshop für Mitarbeiter

Zuvor hatte Michael Spielmann vom Caritasverband der Diözese Freiburg in einem Workshop für die Mitarbeiter der Einrichtungen ("Partizipation, rechtmäßiges, rechtssicheres Handeln in der Erziehungshilfe") das Grundziel allen erzieherischen Handelns betont: "Wir möchten, dass die Kinder und Jugendlichen in unseren Einrichtungen und Diensten heute, später, als Erwachsene positiv auf ihre Zeit bei uns zurückdenken können."

 


Kontakt:
Stiftung Liebenau Kommunikation
Sekretariat Presse
Siggenweilerstr. 11
88074 Meckenbeuren

Telefon 07542 10-1181
Telefax 07542 10-1117

erstellt am 15.07.2010



Die Moderatoren der Veranstaltung

Führten durch die Veranstaltung: Dr. Jürgen Strohmeier (Landesjugendamt), Sandra Klein-Gißler (Moderatorin), Michael Spielmann (Diözesan-Caritasverband Freiburg) und Hans-Peter Häußermann (Diözesan-Caritasverband Rottenburg-Stuttgart).
 

Moderatorin Sandra Klein-Gißler im Gespräch mit Kindern

"Wir sprechen mit…": Moderatorin Sandra Klein-Gißler im Gespräch mit Kindern der Jugendhilfe im Lebensfeld (JuLe) Leintal.