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BBW-Azubis bauen eine Aufstiegsrampe für die Reittherapie

RAVENSBURG/TETTNANG – Ein reittherapeutisches Angebot für behinderte und nicht behinderte Menschen entsteht auf dem Pferdehof von Gut Kaltenberg. Um insbesondere auch Rollstuhlfahrern künftig den Aufstieg auf das Therapiepferd zu erleichtern, haben Azubis aus dem Metallbereich des Ravensburger Berufsbildungswerkes Adolf Aich gGmbH (BBW) eine behindertengerechte Rampe gebaut.

Wochenlang ist in den Werkstätten des BBW in Ravensburg akribisch konstruiert, geschweißt, gesägt und geschraubt worden. In etwa 70 Arbeitsstunden haben dort sechs angehende Metallbauer (Fachrichtung Konstruktionstechnik) unter Anleitung ihres Ausbilders Egon Fürst eine Pferdeaufstiegshilfe für behinderte Menschen gebaut.

Bei dem fünfeinhalb Meter langen Aluminium-Gerät handelt es sich um eine Spezialanfertigung, die größer und höher ist als die auf dem herkömmlichen Markt erhältlichen Produkte und durch die integrierte Rampe auch für Rollstuhlfahrer geeignet ist.

Einsatzort dieses Einzelstücks ist das Gut Kaltenberg bei Tettnang. Der dortige Pferdehof, ein gemeinsames Projekt von Stiftung Liebenau und Aktion Tier – Menschen für Tiere e.V., diente bislang ausschließlich als Tierschutzeinrichtung sowie als Arbeits- und Praktikumsstätte für Menschen mit Behinderung. Diese pflegen und versorgen zurzeit elf Pferde, die auf dem Gut ihr Gnadenbrot erhalten.

Belastbar, cool und ruhig

Nun wird die Stiftung Liebenau an dieser Stelle zusammen mit ihren Tochtergesellschaften St. Gallus-Hilfe gGmbH und St. Lukas-Klinik gGmbH auch ein therapeutisches Reiten anbieten, das sowohl behinderten als auch nicht behinderten Menschen offen stehen soll. Die größte Hürde, der Kauf eines Therapiepferdes, kann dank einer großzügigen Spende der Horst-Rohde-Stiftung in Angriff genommen werden.

Die Münchener Stiftung übernimmt dabei die komplette Finanzierung des Pferdes. Die Anforderungen an ein Therapiepferd sind hoch: "Es muss gut ausgebildet, besonders belastbar und von seiner Art her cool und ruhig sein", erklärt Hippotherapeutin Corinna Funk, die das Reitangebot künftig professionell begleiten wird und bereits bei der Suche nach einem geeigneten Vierbeiner aktiv mitwirkt.

Elefantenstarke Rampe

Während ein Kandidat für diese Aufgabe, das sechsjährige Pferd "Annabelle", zurzeit noch erprobt wird, sind die optimalen Rahmenbedingungen mit der mobilen Rampe aus dem BBW bereits jetzt geschaffen. Das Werkstück wurde nicht nur bedarfsgerecht konzipiert, sondern ist auch äußerst robust und belastbar. "Ein Elefant könnte bedenkenlos darauf stehen", meint Thomas Rapp, Betriebsleiter Metall im BBW, und zeigt sich zufrieden mit der Arbeit seiner Azubis. Für die Jugendlichen – so Rapp – sei das Projekt auch ein interessanter Bestandteil ihrer Berufsausbildung gewesen, da sie sich dabei wichtige Kenntnisse in Sachen Geländer- und Treppenbau aneignen konnten.

Neben den tatkräftigen BBW-Jugendlichen trugen auch Sponsoren wie die Firma Medica aus Hochdorf und das Meckenbeurer Unternehmen Winterhalter mit ihrer finanziellen Unterstützung zum Bau der Aufstiegshilfe bei.

Von: Christof Klaus, erstellt am 20.07.2007




Sponsoren, Azubis, Ausbilder, Mitarbeiter des Pferdehofs und Verantwortliche der Stiftung Liebenau samt Pferd "Annabelle", das eventuell als Therapiepferd fungieren wird. Foto (Klaus)