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Neue Ausbildungsprojekte in Biberach

RAVENSBURG/BIBERACH - Ein Pilotprojekt in Biberach schickt sich an, eine Erfolgsgeschichte zu werden. Verantwortlich dafür sind das Ravensburger Berufsbildungswerk Adolf Aich gGmbH (BBW) und Auszubildende, die den Willen mitbringen, ein auf sie zugeschnittenes Angebot zu nutzen.

RAVENSBURG/BIBERACH - Ein Pilotprojekt in Biberach schickt sich an, eine Erfolgsgeschichte zu werden. Verantwortlich dafür sind das Ravensburger Berufsbildungswerk Adolf Aich gGmbH (BBW) und Auszubildende, die den Willen mitbringen, ein auf sie zugeschnittenes Angebot zu nutzen.

Es geht um zwei Maßnahmen der Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen (BAE). Zum einen um eine seit September laufende Ausbildung für künftige Metallbauer und Zerspanungsmechaniker. Zum anderen um ein im Februar gestartetes Projekt für zukünftige Fachkräfte in der Lagerlogistik sowie Verkäufer und Metallbauer.

Eine Chance auch für Schwächere

Jugendliche, die ansonsten keine Chance auf dem Arbeitsmarkt hätten, werden mit Hilfe der BaE in die Lage versetzt, in einer dreieinhalbjährigen Ausbildung durch praktische Leistungen theoretische Defizite ausgleichen zu können und so in berufliche Positionen zu gelangen, die sie ansonsten allein von ihren Zeugnissen her nicht erreichen würden. Während der Maßnahmen können die Jugendlichen in Betrieben in Form von Praktika bzw. betrieblichen Ausbildungsphasen ihre Talente beweisen. Ziel ist, dass sie die Ausbildung anschließend komplett im Betrieb fortsetzen können.

Vorteile für alle Beteiligten

Die mit Fördergeldern aus dem Benachteiligtenprogramm des Bundes unterstützte Kooperation zwischen BBW und den Betrieben hat für alle Beteiligten Vorteile: Die Jugendlichen werden nach den Bedürfnissen der Unternehmen ausgebildet und finden gut bezahlte und zukunftssichere Arbeitsplätze; die Unternehmen können den wachsenden Fachkräftemangel für sich selbst korrigieren und das BBW hat junge Menschen qualifiziert in Arbeit gebracht.

Azubis zeigen Einsatz

Die Verantwortlichen beim BBW sind stolz auf das bislang Erreichte. Manfred Haas, Abteilungsleiter Bildung und Arbeit, freut sich, dass das BBW ein wohnortnahes Angebot für die Jugendlichen aus dem Raum Biberach machen kann. Thomas Rapp, Betriebsleiter Metall, und Matthias Friedetzky, Bildungsbegleiter, sind zufrieden mit den jungen Männern, die teilweise mit schwierigen Vorgeschichten oder mit Sprachproblemen in die Ausbildung kamen.

Dass sie dennoch dank ihrem Willen (samstags nahmen sie an speziellem Stütz- und Förderunterricht teil) sogar bei namhaften Großbetrieben in der Region untergekommen sind, ist eine besondere Leistung. Für die Firmen hat die Einstellung gerader dieser Jugendlicher den in Zukunft nicht unerheblichen Nebeneffekt, dass sie dem Betrieb vermutlich langfristig erhalten bleiben und nicht etwa zum Studium abwandern.

Träger kooperieren

An den Biberacher Maßnahmen sind drei Träger beteiligt. In Kooperation mit dem Berufsfortbildungswerk Weingarten (bfw) bildet das BBW junge Leute zum maschinenorientierten Zerspanungsmechaniker und zum Metallbauer Fachrichtung Konstruktionstechnik aus. Täglich sind die BBW-Verantwortlichen in Kontakt mit den Betrieben, um den jungen Leuten Chancen in der Berufswelt zu eröffnen, ihnen zum Sprung in ein Unternehmen zu verhelfen.

In einer zweiten Maßnahme werden 15 junge Leute im Berufsfeld Lager, Verkauf und Metall ausgebildet. Das BBW übernimmt hier die fachpraktische Ausbildung im Metallbereich, die beiden anderen Bereiche werden vom bfw und vom Berufsfortbildungszentrum der bayrischen Wirtschaft (bfz) abgedeckt.

Erste Erfolge sind sichtbar

Der Erfolg ist an wenigen Zahlen ablesbar: Elf Teilnehmer haben im September begonnen – und alle sind noch dabei. Drei wollen Zerspanungsmechaniker werden. Einer von ihnen hat bereits einen Ausbildungsvertrag mit der Firma Hecht Zahnräder unterschrieben. Der zweite wird zur Stahlbau-Firma Fesseler wechseln und dort die Ausbildung als Maschinen-/Anlagenführer fortsetzen. Der dritte wird voraussichtlich nach dem ersten Teil der Prüfung in eine betriebliche Ausbildung wechseln.

Von den acht angehenden Metallbauern haben sieben die Chance, in nächster Zeit von Betrieben übernommen zu werden. Voraussetzung ist, sie absolvieren ihre Zwischenprüfungen erfolgreich – und danach sieht es aus. Sie haben bereits im Praktikum überzeugt.

Von: Siegfried Großkopf, erstellt am 30.07.2007



In der Ausbildungswerkstatt lernen die Metall-Azubis drehen.
Foto (privat)