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Gelungenes Recycling: Vom schiefen Baum zum Weihnachtsstern

RAVENSBURG – Was tun mit den schief gewachsenen Bäumen, die bei der Sanierung der Evangelischen Stadtkirche in Ravensburg gefällt werden mussten? Im BBW wurde das Holz im Auftrag der Kirchengemeinde für ein Ausbildungsprojekt genutzt: Schüler und Azubis stellten daraus Weihnachtssterne, Vesperbrettchen und dekorative Christbäume her. Im Advent wurden die Holzprodukte verkauft, um Geld für die Sanierung des 700 Jahre alten Gotteshauses zu sammeln.

„Seitens der Kirchengemeinde kam die Anfrage, ob wir aus den alten Bäumen denn nicht etwas machen könnten – etwas, das sich dann als Beitrag zur Sanierung der Stadtkirche verkaufen ließe“, berichtet Johann Stroh, Lehrer an der Josef-Wilhelm-Schule des BBW, über das Projekt. Gefragt – getan! Im BBW nahm man den spannenden Auftrag gerne an. Stroh und sein Lehrerkollege Markus Striedacher sowie Ludwig Speidler, Leiter des BBW-Schreinerzentrums, und Jan Ackermann aus der BBW-Zimmerei machten daraus eine Ausbildungsaktion für ihre Schüler und Azubis, die am Ende wiederum der Kirche zu Gute kam. „Dieses Projekt gab uns die Möglichkeit, mit den Jugendlichen den ganzen Weg vom Rohstoff, dem Baum, bis zum fertigen Produkt zu üben“, erklärt Stroh.

Großer Lerneffekt

Zunächst ging es aber ins Sägewerk. Dort wurden die gefällten Stämme teilweise in Bretter gesägt, dann fachgerecht gestapelt, getrocknet und abgelängt. Die BBW-Azubis bekamen dabei einen umfassenden Einblick in die anspruchsvolle Arbeit des Sägers und wurden aufgeklärt über das Schleifen der Bänder und die verschiedenen Holzeigenschaften. Auch der Umgang mit Ketten- und Handkreissäge wurde geübt, zudem kamen Sicherheitsvorschriften zur Sprache.

Viel Arbeit

Doch dann ging die Arbeit für die angehenden Fachkräfte aus dem BBW erst so richtig los: Für die Sterne und Weihnachtsbäume mussten Vorlagen erstellt und auf Holzscheiben übertragen werden.  Für die Vesperbrettchen wurde die CNC-Maschine programmiert. So entstand unter dem Dach des Berufsbildungswerkes ein bereichsübergreifendes Projekt, in dem Theorie und Praxis eng miteinander verbunden wurden.

Auch St. Gallus-Hilfe mit dabei

Beteiligt war auch die im Schreinerzentrum des BBW beheimatete WfbM-Gruppe der St. Gallus-Hilfe. „Für uns als Werkstatt für behinderte Menschen ist es wichtig, dass wir bei Projekten dabei sind, bei denen unsere Leute erleben können, was aus ihrer Arbeit wird. Sie sehen, dass daraus Gegenstände werden, die andere gerne kaufen“, so Arbeitserzieher Ulrich Steinle. Und Johann Stroh freut sich auch über den ökumenischen Aspekt an dieser Geschichte: „Es ist toll, dass wir als katholische Einrichtung einen so schönen Auftrag für die evangelische Kirche übernehmen durften.“

Weitere Verkaufsaktion im Juni 2017

Und das Projekt ist noch nicht beendet: „Im Juni 2017, zu einem der Höhepunkte im Lutherjahr, werden dann die restlichen Vesperbrettchen mit Brot und Salz verkauft“, so Johann Stroh. „Auch dann sind wir vom BBW wieder dabei!“

 

 

erstellt am 12.12.2016



Sterne und Vesperbrettchen aus Holz – made im BBW und für einen guten Zweck: Ludwig Speidler (Leiter BBW-Schreinerzentrum), Werkstatt-Mitarbeiter Sebastian Bucher, Ulrich Steinle (St. Gallus-Hilfe) und Johann Stroh (Josef-Wilhelm-Schule) freuten sich über das gelungene Projekt (von links nach rechts).