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Café Miteinander: Ausbildungscafé mit Flair

RAVENSBURG - Direkt unter dem Ravensburger Katzenlieselesturm erfreut sich das „Café Miteinander“ seit über acht Jahren immer größer werdender Beliebtheit. Das liegt zum einen an der Nähe zur Innenstadt, aber auch an dem vielfältigen Angebot von frischen Backwaren, Mittagstisch und leckeren Kuchen – und nicht zuletzt an den jungen Auszubildenden des Berufsbildungswerks Adolf Aich (BBW), die das besondere Flair des Cafés gestalten.


Immer was los

Das Steinmühlenbrot verpackt Jessy Anders schon ganz professionell in eine Tüte, das Eintippen in die Kasse bereitet ihr noch Schwierigkeiten. Das macht nichts, denn sie hat ihre Ausbildung zur Verkäuferin im Café Miteinander erst vor wenigen Monaten begonnen. Die meisten Kunden, die auf dem Weg zur Arbeit noch schnell ein Brot oder eine Brezel kaufen, sind Stammkunden und wissen, dass das Café ein Ausbildungsbetrieb ist, der junge Menschen mit besonderem Teilhabebedarf durch gezielte Integration in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt. „Die Gäste zeigen Verständnis, wenn es mal ein paar Minuten länger dauert“, erzählt die 18-jährige Jessy, deren ausdrücklicher Wunsch es war, den praktischen Teil ihre Ausbildung im Café Miteinander zu absolvieren. „Es gefällt mir sehr, dass hier immer was los ist.“

Der Kunde ist König

„Die Kunden spüren irgendwie, dass unser Café anders ist“, erzählt Café-Leiter Christian Bader. Und er mutmaßt: „Vielleicht liegt es daran, dass wir großen Wert darauf legen, unsere Kunden zu umwerben. Dafür nehmen wir uns Zeit. In einer Schicht arbeiten ein Ausbilder, eine Angestellte und vier Auszubildende oder Praktikanten in einem ständig wechselnden Team.“

Hochbetrieb in und ums Café

Von 7:15 Uhr bis 18 Uhr hat das Café mit seinen 40 Sitzplätzen montags bis freitags geöffnet, samstags bis 16 Uhr. „Vormittags bieten wir Frühstück an, dann können die Gäste bei uns eine warme Mittagsmahlzeit bekommen, und bei 60 bis 90 Essen am Tag kann es dann auch schon mal stressig werden“, weiß Nicole Clappier, die bereits im dritten Lehrjahr ist. Auch im Sommer herrscht Hochbetrieb, wenn die Terrasse mit 60 weiteren Sitzplätzen vor allem von den Eltern der Stadt genutzt wird. „Durch den angrenzenden Spielplatz kann man hier wunderbar entspannt sitzen, einen Rhabarberkuchen essen und den guten Kaffee genießen“, erzählt ein Vater, der gesteht, mittlerweile das gesamte Kuchenangebot getestet zu haben. Zum Konzept des Cafés gehört außerdem, dass die angebotenen Waren fair, biologisch und regional sind.

Inklusive Ausbildung

Für Christian Bader ist es wichtig, dass sich seine Auszubildenden mit ihrem Betrieb identifizieren und sich wohl fühlen. „Erst dadurch entsteht bei ihnen das nötige Maß an Qualitätsbewusstsein, Zuverlässigkeit und Kundenorientiertheit, kurz: jene Gastfreundschaft, die gute Dienstleistung überhaupt erst möglich macht.“ Unter ganz realen Bedingungen und direkt in der Praxis lernen die jungen Menschen das Handwerkszeug und das nötige Selbstbewusstsein für den persönlichen und beruflichen Erfolg. Und das Konzept scheint aufzugehen, denn im Anschluss an die bestandene Lehre finden etwa 70 Prozent der Auszubildenden aus dem Café Miteinander eine Festanstellung.

erstellt am 22.02.2016



Azubis im Einsatz: Im wöchentlichen Wechsel arbeiten Jessy Anders und Nicole Clappier (von
links) sowie die anderen Auszubildenden an der Backwarentheke, an der Kasse, der Kaffee-
maschine, der Essensausgabe oder der Spülküche des Café Miteinander.